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Handwerk gestern und heute soll in Parow gezeigt werden

Im September des nächsten Jahres wird Parow um eine ländliche und touristische Attraktion reicher sein, denn dann wird es in der Dorfstraße 18 eine Mini-Manufaktur geben mit traditionellem Handwerk, zum zuschauen, mitmachen und erleben, so Bürgermeister der Gemeinde Kramerhof, Christian Seide. Um den ehemaligen Kuhstall der Gutsanlage auch so gestalten und ausbauen zu können, überbrachte Nordvorpommerns Landrat Ralf Drescher am Mittwoch den Bewilligungsbescheid des Amtes für Landwirtschaft von 576.470,59 Euro. Die Gesamtkosten werden sich auf 686.000,00 Euro belaufen. Baubeginn soll voraussichtlich Ende August diesen Jahres sein, so dass die Fördermittel für dieses Jahr auch genutzt werden, sagte der begleitende Architekt Klaus Mittelbach.

Übergabe Fördermittelbescheid

Das Handwerk gestern und heute gegenüberzustellen soll Blickfang werden in dem historischen Gemäuer. Als Handwerkskunst soll es eine Schmiede und Schlosserei am offenen Schmiedeofen geben. Die an zwei Tagen in der Woche für drei Stunden betrieben werden soll. Eine Stellmacherei, Lehmbau und Backsteinherstellung geben ebenso einen interessanten Einblick in alte Handwerkskunst. Auch mittelalterliche Traditionsbekleidung, Musik und die Herstellung von einfachen Musikinstrumenten soll Einzug in den neu gestalten Mauern halten. Zu einem zünftigen Landleben gehört auch das Backhandwerk, zu dem heimische Gartenprodukte verwendet werden sollen. Der Landrat kann sich auch vorstellen, dass das Korbflechthandwerk oder die Besenbinderei gezeigt werden kann. Mit den neuen- alten Produktionsstätten werden nicht nur historische Gewerke erlebbar gemacht, sondern auch die Geschichte nahe gebracht. Draußen im Gewerbegarten können die hergestellten Produkte verkauft und es kann bei einer Tasse Tee oder Kaffe verweilt werden.

„Zurzeit sind Gutachter noch am arbeiten. Die Holzkonstruktion muss bewertet werden ob sie so belassen werden kann oder ob eine Stahlbetondecke eingezogen werden muss“, so Architekt Mittelbach. Die Remise wird neu aufgebaut, bekommt aber kein Obergeschoss.

Das Gesamtareal beträgt 1400 Quadratmeter, die umbaute Fläche 863 Quadratmeter wovon 510 Quadratmeter Fläche auf das Erdgeschoss entfallen.

Geschäftsführerin des Storchennestvereins Anke Ehrecke kann sich gut vorstellen, dass es eine Brücke ist zwischen Jugendhilfe, Tourismus und altem Handwerk ist, wo es neben Wissenswertem auch handwerklichen Spielraum gibt. Die Miniaturmanufaktur wird durch das Jugendhaus Storchennest betrieben.

Bereits im Januar des letzten Jahres stand das Projekt mit weiteren 23 Anträgen auf der Prioritätenliste der Lokalen Aktionsgruppe Nordvorpommern (LAG) und bekam Zusage zur Durchführung.

I. Engelbrecht